Be-YOU-tiful Ladys!

„Wann hast du dich das letzte Mal selbst im Spiegel betrachtet und angelacht?“ Alter, wenn ich sowas lese oder höre, krieg ich schon Pickel. Wieso sollte ich mich selbst im Spiegel angrinsen (Spiegelselfies mal ausgenommen - haha). Trotzdem – oder genau wegen dieser Einstellung - will ich diesen Blogeintrag genau dem echt schwierigen Thema „Körperwahrnehmung“ widmen. Und ich weiß, persönlicher kann es kaum werden. Aber meistens liest man das Herz, mit dem Texte geschrieben werden, aus Zeilen heraus. Also kann dieser Beitrag eigentlich gar nicht so schlecht werden.



Frauenwelt, Hand auf’s Herz: Wer von euch findet ihren Body mega? Männerwelt, sorry, ihr seid in diesem Blog etwas außer Acht gelassen, aber weiterlesen schadet vermutlich trotzdem nicht – every day is a school day. Zurück zur weiblichen Körperwahrnehmung oder einfacher gesagt: Zurück zur nicht vorhandenen „I am sexy and I know it“-Einstellung. Dank (unterbewussten) Schönheitsidealen ist diese Körperwahrnehmung nämlich oft ordentlich verkorkst. Hier ein bisserl zu viel, dort ein bisserl zu wenig. Bei Frauen mit Kindern oder über 30 sieht die ganze Herangehensweise noch krasser aus: Hier ein bisschen viel zu viel zu viel, krass zu viel und dort könnte man das Fett von hier gleich mal volley … ihr wisst schon. Stimmt’s?


Wir im Hause Pecnik haben uns am Wochenende „Embrace“ angeschaut. Ein Film über die Körperwahrnehmung von Frauen. Jap, es war mein Wunsch diesen Film zu sehen – da musste er durch. Ich wusste ja eigentlich, was mich erwartet. Und trotzdem war ich schockiert und fand mich selber öfter wieder, als ich dachte. Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, von dem ich vorher gesprochen habe: Diese Zeilen werden sehr persönlich. Aber sie müssen es auch sein, denn sonst machen sie keinen Sinn!


Ich höre und lese auf viele meiner Instagram Posts öfter mal „Wow, was für ein Body!“ Und damit will ich jetzt nicht angeben. Ich will es einfach nur erwähnen. Denn was auf keinem Foto zu sehen ist, sind meine körperlichen „No Gos“, meine Stellen, die ich absolut nicht mag und meine Fleckchen Haut, die manchmal dafür sorgen, dass ich mich unwohl fühle. Aber auch die andere Seite der Körperwahrnehmung ist auf Instagram vertreten: Accounts, die genau diese „Schwach“-Stellen in jedem einzelnen Foto darstellen – Dehnungsstreifen sind der Klassiker. Aber auch diese Seite der Darstellung macht für mich keinen Sinn. Wieso sollte man solche „Makel“ absolut dauernd so dermaßen ins Rampenlicht stellen? Genauso wenig sollte man sie aber total vernichtend leugnen. Sie sind einfach da. Ganz normal. Ganz unaufgeregt. Weder zum Schämen, noch zum Präsentieren.


Bleiben wir bei Social Media: Instagram wird ziemlich schnell zu Thin-stagram. Dort ist alles wow! (Bis auf die oben genannten „Gegen den Strom“-Blogger) Und schon sind wir beim eigentlichen Problem: Wir vergleichen uns! Wir vergleichen uns ständig! Mit dem, was wir haben. Und auch mit dem, was wir nicht haben (aber andere haben). Vergleichen liegt in der Natur des Menschen. Hallo? Wenn wir uns in der Steinzeit nicht mit den anderen Dörfern nebenan verglichen hätten (Wie stark sind die? Was essen sie? Wie jagen sie?). Wir wären – schwupsdiwups – ausgestorben. Blöd nur, dass das wilde Tier im 21. Jahrhundert nicht mehr hinter der Wohnungstür wartet. Auch wenn unser Hirn sich immer noch in diesem Zustand befindet. Der sogenannte Instagram „Infinityscroll“, der absolut kein Ende hat, der macht uns unser Leben in unserem Körper halt echt nicht einfacher …


Jetzt aber zur eigentlichen Message dieses Blogs: Mädels und Frauen da draußen. Seid ein bisschen lieber zu euch selbst! Man muss sich nicht gleich die 180-Grad-Ich-liebe-mich-mit-allen-Ecken-und-Kanten-Kehrtwende einreden, aber sich einfach ein paar Mal mehr selbst auf die Schulter klopfen und sich selbst etwas öfter anlächeln (gerne auch innerlich, vor dem Spiegel ist das immer noch etwas seltsam). Konzentration auf die Dinge, die ihr an euch mögt. Fokus weg von den Dingen, die von der Natur eher ein kleiner Ausreißer nach unten waren. Mehr lachen, mehr lieben, mehr dankbar sein. Denn die eigentliche Frage ist ja: „Warum schämen sich eigentlich so viele Menschen für ihren Körper, aber nur so wenige für ihre mangelnde Intelligenz?“


Und hier übrigens - als kleine Draufgabe - meine verkorksten Körperstellen und ihre Bedeutung:


1. Meine Pferdebissnarbe auf meinem Oberschenkel: Ich hasse sie eigentlich, da sie meinen kompletten linken Oberschenkel unförmig aussehen lässt (oder zumindest rede ich mir das ein). Aber hey, ich hatte noch bei jedem Schwimmbadbesuch eine echt geile Geschichte zu erzählen. Wer kann schon behaupten, dass ein Pferdegebiss an seinem Oberschenkel gehangen hat?


2. Seit Ende letzten Jahres ist der Zeigefinger meiner linken Hand nach einem Knochenbruch bei einem Autounfall komplett schief. Abartig schief. Er erinnerte mich immer an Oma-Krüppelfinger. Ich habe ihn gehasst. Aber seit ich einen Rechtsstreit zu diesem Autounfall gewonnen habe und heraus kam, dass ich gar nichts dafür kann, macht dieser verkorkste Zeigefinger endlich Sinn. Mein Mittelfingerende und mein Zeigefingerende ergeben nämlich ein wunderschönes V …. Ein V für „Victory“!


3. Meine Dehnungsstreifen an den Innenseiten meiner Oberschenkel – ein Klassiker. Ladys, schaut mal genauer hin. Seht ihr es? Das Meer. Die Welllen ….. man muss sich nur das Rauschen dazu vorstellen!


Und nun bist du dran: Überleg dir, was deine „Makel“ zu Megamakel macht! Gib ihnen eine andere Bedeutung und behandle sie fair. Sie haben es sich verdient.




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