Aber ich bin doch nicht sportlich!

"Aber ich bin doch einfach nicht sportlich …"


Darf ich direkt anfangen? Also so direkt direkt? Ich könnte kotzen, wenn ich so einen Satz höre. „Ja, aber ich bin halt so.“




Bei meiner 4-jährigen Tochter musste ich beim ersten Mal noch schmunzeln, als sie mir damals erklärte: „Ja, aber Mama, ich bin halt so geboren.“ Damals ging es darum, dass sie nicht so schüchtern – g’schamig – sein soll, bei Leuten, die super nett zu ihr sind. Aber so süß das bei einer 4-Jährigen noch klingt, so schrecklich ist diese Aussage von einem erwachsenen Menschen.


Nein, sorry, du bist nicht faul geboren. Nein, sorry, dein Körper „braucht“ keine Schokolade, nur weil du das so empfindest. Nein, sorry, auch Prokrastination ist dir nicht in die Wiege gelegt worden. Und nein, sorry, auch deine Gene können absolut nichts für deine Unordnung.


Bleiben wir aber bei „ich bin halt einfach nicht sportlich“. Denn dieser Punkt ist der, der uns so beschäftigt. Du bist also nicht sportlich. Komisch. Ich denke als Kind war es noch super lustig für dich fangen zu spielen oder überall hochzuklettern. Das Problem ist einfach nur, dass – sobald man eine Sache länger nicht mehr gemacht hat – man erst mal eine ordentliche Anfangsenergie aufbringen muss. Das ist in der Chemie nichts anderes. Die erste Energie, die es braucht, damit eine Reaktion überhaupt erst einmal stattfinden kann, die ist immer um vieles höher als die, die es braucht, damit die Reaktion dann am Laufen gehalten werden kann.


Du bist die Summe deiner tagtäglichen Entscheidungen. Wenn du dich jeden Tag dafür entscheidest, dass es dir wichtig ist, gesund zu sein, dann wirst du es auch sein. So einfach … theoretisch. In der Praxis braucht es dafür Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Aber ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Was tu ich denn, wenn ich einfach nicht aus meinem Bett hochkomme, oder wenn ich auf der Couch (gefühlt) festbetoniert bin? Ich wende den einfachsten Trick der Welt an. Ich zähle: 5,4,3,2,1. Wie bei einem Raketenstart. Jetzt wirst du vermutlich lachen. Aber zu diesem Countdown gibt es tatsächlich so viele Studien, dass du dir – wenn du Interesse daran hast – sicher selbst Unmengen an Informationen holen kannst. Und wenn der Raketenstart nichts für dich ist, dann hab ich hier noch ein anderes Argument für dich (aber gibt dem Start trotzdem eine Chance!!):


Eine Theorie besagt, dass wir alle die Summe der fünf Menschen sind, mit denen wir uns hauptsächlich umgeben. Sind diese fünf Menschen positiv eingestellt, sind wir selbst auch eher positiv eingestellt. Im Umkehrschluss gilt das selbe Prinzip, wenn wir von negativen Personen umgeben sind. Nun sind wir alle für den einen oder anderen Menschen einer dieser fünf Menschen. Und wäre es nicht schön, in dieser Rolle einen positiven, ermutigenden und inspirierenden Einfluss auf unsere Mitmenschen zu haben? Das kannst du jetzt 1:1 auf den Sport übetragen: Ich bin mir ganz sicher, dass du richtig Bock auf Sport hast, wenn deine fünf engsten Wegbegleiter ebenfalls mega sportlich sind …


Nur, weil wir Ängste haben, heißt das nicht, dass wir uns diesen nicht stellen können. Dass wir nicht trotzdem viel erreichen können und unsere Mitmenschen dann mit unserem Tun inspirieren können. Wir können sie ermutigen, statt alles schlecht zu reden. Davon mal abgesehen, was wir damit bei anderen auslösen, tut es auch uns selbst gut, mutig zu sein, seine Ideen umzusetzen und positiv in die Welt zu schauen.


Wie heißt es so schön? Wir können die Veränderung sein, die wir uns für unsere Umwelt wünschen. In dem Moment, in dem ich anfange, meine Mitmenschen anzulächeln, lächeln sie auch zurück. Natürlich wird es immer jemanden geben, der einen dann trotzdem blöd anguckt, aber ich bin lieber die, die lächelt, als die, die nicht zurücklächelt. Und ich bin vor allem lieber die, die anfängt, als zu warten, dass ein anderer es macht …


Also: 5,4,3,2,1 …. Los geht’s! Pack es an! Was auch immer du machen willst!


Kathy

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