10.000 Schritte für meinen Schwiegervater

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihr Ziel erreicht", blinkt es auf dem Display, dazu eine Konfetti-Kanone: Mit solchen – oder ähnlichen - Anzeigen belohnen Fitnessarmbänder ihre Träger, wenn sie 10.000 Schritte pro Tag zurückgelegt haben. Was viele nicht wissen: Ursprung dieser Grenze ist keineswegs eine medizinische Forschung, sondern etwas ganz anderes: Eine mehr als 50 Jahre alte Werbung. Ja, richtig gehört. Eine Werbung. Sonst nichts. Eine Firma namens Yamasa hatte damals den sogenannten manpo-kei auf den Markt gebracht. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie „10.000-Schritte-Zähler“ – was das Gadget tatsächlich auch war. Der Wert von 10.000 Schritten beruhte auf einer Annahme: Da eine Untersuchung ergeben hatte, dass Japaner im Schnitt täglich zwischen 3500 und 5000 Schritten zurücklegten, war man sich sicher, dass 10.000 Schritte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren würden. Ist das nicht krass?!




Vorteile von 10.000 Schritten


Aber was habe ich denn von dieser Anzahl an Schritten? Naja, zuerst zu den Basics: 10.000 Schritte sind nicht weniger als rund (abhängig von der Schrittlänge) 6,5 Kilometer – und die muss man auch erstmal zurücklegen. Es gibt mehrere Studien, die dem Gehen eine positive Wirkung auf die Gesundheit bescheinigen. So ergab eine japanische Untersuchung, dass Personen, die 10.000 Schritte zurückgelegt haben, eine bessere Schlafqualität haben. Andere Studien belegen, dass 10.000 und mehr Schritte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren können. Insgesamt zeigt sich allerdings, dass die magische Zahl von 10.000 Schritten nur ein Richtwert ist. Verschiedene Forschungsergebnisse belegen positive Effekte bereits ab 6000 Schritten täglich, wobei sich die positiven Auswirkungen mit zunehmenden Werten erhöhten – klingt logisch, oder?!


Ersetzt das meinen Sport?


Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht, aber mein Schwiegervater zum Beispiel reagiert auf die Frage, wieso er denn keinen Sport macht, immer gleich: „Ich brauche keinen Sport. Ich gehe den ganzen Tag. Arbeite den ganzen Tag. Da brauche ICH sicher keinen Sport mehr.“ Na, kennst du das auch? Dann lass uns doch mal an einer sinnvollen Antwort arbeiten. Zuerst einmal zu dem positiven Aspekt: Ja, mein Schwiegervater bewegt sich viel. Das ist gut. Zumindest ist es besser als nur zu sitzen. Das war’s dann aber auch schon wieder. Denn was helfen einem 10.000 Schritte, wenn der Rumpf (Bauch, Rücken) immer noch nicht stark ist und unsere Schultern ebenfalls total am Ende sind. Sobald also eine Arbeit im Raum steht, die Körperspannung und muskuläre Anstrengung mit sich zieht, können 10.000 Schritte niemals „echten“ Sport ersetzen. Mit einem festen Rumpf und starken Schultern oder zum Beispiel auch einer korrekt ausgeführten Kniebeuge lassen sich Verletzungen vermeiden! Durch sogenannte „funktionale Fitness“ oder auch Functional Fitness (wie wir das bei vonHouseaus machen) werden ganze Bewegungsabläufe einstudiert und der Körper wird somit wirklich auf „ein Leben da draußen“ (klingt ein bisschen wie das Auswildern von Tieren…) vorbereitet. Also, an alle Schwiegerväter und andere Sturschädel/Besserwisser oder ähnliche Charaktere da draußen: Seid nicht dumm, tut eurem Körper etwas Gutes!


Ach, und so nebenbei: Falls du dir die Frage stellst: „Soll ich meinem Schwiegervater jetzt einen Schrittzähler schenken, oder nicht?“ Doch unbedingt! Die motivierende Wirkung von Schrittzählern ist unumstritten.




53 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen